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Nelly Eyecatcher

Bio

  • 10.09.2008
    Nelly | Nelly Nelly 10.09.2008 | Nelly - Biografie 2008
    Vor exakt acht Jahren, im heißen Sommer des Jahres 2000, geschah es, dass der Mississippi ganz plötzlich zu brodeln begann: Mit der Single „Hot“ trat Cornell „Nelly“ Haynes, ein bis dato unbekannter Rapper aus der verschlafenen Metropole St. Louis, auf den Plan und verblüffte die gesamte HipHop-Welt mit seinem einzigartigen Flow. Kurz darauf verkaufte „Country Grammar“, sein Debütalbum, schon in der ersten Woche über 250.000 Einheiten. Und während Nelly mit den nächsten beiden Singles, „E.I.“ und „Ride Wit Me“, endgültig unter Beweis stellte, dass er das Zeug zum Superstar hatte, sollte sich das besagte Debüt schließlich sogar über 9 Millionen Mal verkaufen. Damit war eigentlich klar, dass der junge Mann aus Missouri eine Hitzewelle der besonderen Art ausgelöst hatte.

    Doch die in den Küstenmetropolen ansässigen Kritiker waren noch nicht so recht überzeugt; sie hielten den Rap-Überflieger aus dem Mittleren Westen zunächst für eine wortgewandte Eintagsfliege. Eine naive Fehleinschätzung, wie sich schon sehr bald herausstellte: Mit „Nellyville“, seinem zweiten Album, das zwei Jahre später erschien, setzte Nelly nämlich diejenige Erfolgsserie fort, die er so plötzlich begonnen hatte. „Nellyville“ verkaufte sich sechs Millionen Mal, und darüber hinaus konnte er gleich zwei Grammys für die Single-Hits „Hot in Herre“ und „Dilemma“ in Empfang nehmen. Nun war es plötzlich verdammt still geworden an den Küsten. Und verdammt heiß dazu.

    Die Stadt St. Louis ist nicht nur das Tor zum Wilden Westen, sondern auch seit langer Zeit dafür bekannt, große Talente hervorzubringen, die den Test der Zeit bestehen: Chuck Berry, Ike und Tina Turner oder Miles Davis zum Beispiel. Die jüngere Generation, die mit HipHop und Rap aufgewachsen ist, hat mit Nelly ihren größten Star und ihre Stimme gefunden – eine Stimme, in der Südstaaten-Rhythmen und Nuancen aus dem Mittleren Westen verschmelzen, und die der 33-Jährige wie kein Zweiter über deftigen Beats und eingängigen Hooks ausbreiten kann. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2008, rund 35 Millionen Alben sind über den Tresen gegangen, und Nelly ist einer der erfolgreichsten Musiker überhaupt. Und doch setzt er immer noch alles daran, in erster Linie die Stimme seiner Heimatstadt zu sein. Höchste Zeit also, dass Nelly mit „Brass Knuckles“, seinem fünften Album, zeigt, wie unfassbar heiß dieser Sommer noch werden kann.

    „Wenn du bereits als Champion gefeiert wirst, musst du dich pausenlos selbst motivieren und dir einreden, dass du immer noch ein Underdog bist, selbst wenn dich die Leute schon längst nicht mehr so bezeichnen würden“, gesteht Nelly. „Nichts wird einem geschenkt; du musst hart für das arbeiten, was du haben willst. Du musst einfach weitermachen und kontinuierlich alles geben.“

    Musikalisch untermauert Nelly dieses Statement mit einer Reihe von Club-Bangern und tiefsinnigen R&B-Songs: Bekannt für seine grandiosen Kollaborationen, hat er für „Brass Knuckles“ u.a. mit Usher, Pharrell Williams, Akon, Ciara, Chuck D (!), Snoop Dogg, Jermaine Dupri, Ashanti, Avery Storm und St. Lunatics gearbeitet. „Wenn sich im Verlauf der LP das Energie-Level, das Tempo oder der Flow ändert, dann passiert das nicht ohne Grund“, erklärt er. Schließlich will Nelly auch mit seiner fünften LP zeigen, wie gut er ganz unterschiedliche Styles zu einem kohärenten Ganzen verknüpfen kann; wie leicht es ihm fällt, eben noch rhythmisch über den Beat zu rappen, um sich schon im nächsten Track als Soulsänger zu präsentieren.

    Auf „Party People“, der ersten Singlekopplung, wird er beispielsweise von Fergie unterstützt. Der Song ist eine deutliche Party-Ansage und das Fundament für alles, was danach kommen soll. „Viele fragen sich, warum die Leute in den Clubs so krass auf meinen Sound abgehen. Ich sag nur: Du kannst keinen Club-Track machen, wenn du nicht selbst in die Clubs gehst. Die meisten nehmen dann automatisch an, dass ich mir die Nächte um die Ohren schlage, dabei stehe ich eigentlich nur da und schaue dem DJ sehr genau auf die Finger. Ich will rausfinden, was das nächste große Ding wird.“

    Mit „Let It Go“ packt Nelly dann den guten alten „Derrty“-Style aus, dreckig und unwiderstehlich, wobei er sich in diesem Fall über einer grandiosen Neptunes-Produktion das Mikrofon mit Pharrell teilt. Völlig anders klingt „Self Esteem“, ein tiefgründiger Track, bei dem Vokalgast Chuck D von Public Enemy dazu aufruft, sich auch in schwierigen oder ungerechten Situationen treu zu bleiben: „There are so many obstacles in life to overcome/and as soon as you jump over one,/there come another one./But we got to be strong and stay strong.“ „Diese Zusammenarbeit mit Chuck D war das Größte für mich“, berichtet Nelly. „Ich nahm das Stück auf, hörte mir es noch einmal an, und schon da war mir klar, dass irgendetwas an diesem Track fehlte.“ Dann schoss ihm „Black Steel in the Hour of Chaos“ von Public Enemy durch den Kopf. „Und noch bevor Chuck den Song überhaupt gehört hatte, gab er mir schon seine Zusage - `Klar doch, bin dabei.´ Mir bedeutet das wahnsinnig viel, dass er mir einfach so vertraut hat und wusste, dass er sich auf mich verlassen kann. Immerhin reden wir hier von Public Enemy, nach wie vor das `CNN der HipHop-Welt´!“

    Wieder anders präsentiert sich Nelly auf „Long Night“, bei dem ihm Usher zur Seite steht. Der Track zerberstet förmlich vor eingängigen Melodien und saftigem Tiefgang: „Manchmal nimmt man ein Stück mit einem R&B-Sänger auf, und eigentlich macht man doch nur seine Strophe im Alleingang und dann kommt der Kollege dran, um den Refrain einzusingen. Bei diesem Song war das jedoch nicht so: Wir beide haben diesen Track wirklich gemeinsam aufgenommen.“ Und mit „Stepped on My J’z“ verneigt sich Nelly schließlich sogar vor den klassischen Jordan-Sneakern, während er sich das Mikrofon in diesem Fall mit Jermaine Dupri und Ciara teilt. „Sneaker sind einfach Teil der HipHop-Kultur. Ich liebe meine J’s. Schließlich bin ich zu dieser Zeit groß geworden. Früher habe ich an manchen Tagen sogar Schule geschwänzt, um mir ein neues Paar ergattern zu können.“


    Schulschwänzerei hin oder her – Nellys Erfolgsgeschichte ist und bleibt einzigartig: Auf die Veröffentlichung von „Nellyville“ folgten das Remix-Album „Da Derrty Versions (The Reinvention)“ aus dem Jahr 2003, das ebenfalls Platinstatus erreichte, und ein weiterer Grammy-Award in der Kategorie „Best Rap Performance by a Duo or Group“ für den Song „Shake Ya Tailfeather“, den Nelly zusammen mit Murphy Lee und P Diddy aufnahm. Und trotz der heftigen Launen des Marktes gelang es ihm auch, sich mit den gleichzeitig veröffentlichen Alben „Sweat“ und „Suit“ (2004) jeweils eine Platinauszeichnung zu sichern. Für den Song „Over & Over“, der auf „Suit“ erschien, begab er sich auf völliges Neuland und kollaborierte mit dem Country-Star Tim McGraw – eine Idee, die so gut ankam, dass er schließlich sogar vier Nummer-Eins-Hits verzeichnen konnte. Damit hatte er ganz beiläufig einen neuen Rekord aufgestellt.

    Obwohl Nelly definitiv zu einer Solokarriere bestimmt war, ist er zugleich ein absoluter Teamplayer, der seinen Kollegen, die ihm zu Beginn der Karriere den Rücken gestärkt haben, immer wieder auf die Sprünge hilft: St. Lunatics zum Beispiel, seine alte Rap-Crew, zu der auch Ali, Murphy Lee, Kyjuan und Slo Down gehören, verhalf er zu einem Deal, der schließlich zum Platinalbum „Free City“ (2001) führte. Diese Veröffentlichung zog wiederum weitere Soloerfolge nach sich, u.a. von Murphy Lee, dessen „Murphy’s Law“-LP ebenfalls mit Platin ausgezeichnet wurde. „Murphy’s Law“ wurde bereits auf Derrty Entertainment veröffentlicht, Nellys Label, das er unter dem Dach von Universal Records betreibt. Allerdings ist das Label nur eine von vielen Business-Aktivitäten...

    Nelly ist und bleibt in erster Linie Rapper und Musiker, wenn auch einer, der sich durch einen fast schon unheimlichen Geschäftssinn auszeichnet. Seine Klamottenfirmen für Männer („Vokal“) und Frauen („Apple Bottoms“) sind in den USA in allen großen Kaufhäusern erhältlich, und seine Getränkemarke „Pimp Juice“, deren Name an einen gleichnamigen Song angelehnt ist, verkauft sich millionenfach und gilt schon längst als der beliebteste Energy-Drink in den Staaten. Außerdem ist Nelly Teilhaber der „Charlotte Bobcats“; ein aufstrebendes Basketball-Team, das in der NBA spielt.

    Dabei ist die Welt des Sports eine nahe liegende Wahl für Nelly, der schon für sein High-School-Team als „Shortstop“ (beim Baseball) so hart gekämpft hat, dass die Pittsburgh Pirates und die Atlanta Braves ihn bereits vor seiner Karriere als Musiker auf dem Schirm hatten. Zum Baseball kehrte Nelly jedoch erst wieder zurück, als er 2001 und 2004 den 35. bzw. 38. Super Bowl mit einer Live-Performance einläutete. Erst vor kurzem eröffnete Nelly die Sport-Bar „Skybox“ in St. Louis, und darüber hinaus plant er momentan eine Sportanlage im Wert von mehreren Millionen Dollar.

    Nelly, der nach wie vor auch selbst viel Sport treibt, kam sein Training gerade recht, als es darum ging, sich für sein Leinwand-Debüt vorzubereiten: An der Seite von Burt Reynolds, Adam Sandler und Chris Rock spielte er 2005 in dem Film „Spiel ohne Regeln“. In der Rolle des Earl Megget konnte er nicht nur eine Leidenschaft ausleben, sondern auch das Publikum und die Kritiker überzeugen und somit ein weiteres Talent unter Beweis stellen...

    Sicherlich verstricken sich viele Musiker, die im Rampenlicht stehen, aber Nelly ist immer seinen eigenen Weg gegangen. Vielleicht hat das etwas mit seiner Heimatstadt St. Louis zu tun – und mit den Leuten, die für ihn da gewesen sind (und da sind). Als seine Schwester Jackie Donahue an Leukämie gestorben ist, rief er die Stiftung Jes Us 4 Jackie (www.jesus4jackie.com) ins Leben, um junge Afroamerikaner darüber aufzuklären, wie lebenswichtig Knochenmark- und Stammzell-Spenden sind. „Das war der einschneidendste Moment meines Lebens. Mich hat ihr Tod wirklich verdammt hart getroffen. Jeder Mensch geht anders mit so einer schmerzhaften Erfahrung um. Ich bin definitiv nicht der Typ, der sich in sein Kämmerchen zurückzieht und im Stillen trauert. Indem ich etwas unternehme, kann ich meine Stimmung aktiv beeinflussen und sie verbessern. Ich habe dadurch gelernt, was wirklich wichtig ist: die eigene Familie. So einfach ist das. Es geht um die Kids, um die nächste Generation. Um Dinge, die man für das Gemeinwohl macht. Und es geht darum, sich selbst treu zu bleiben“, kommentiert Nelly. Bislang konnte die Organisation neun Menschenleben retten, indem sie Spender und Empfänger zusammenbrachte. Außerdem hat er die 4Sho4Kids-Stiftung (www.4sho4kids.org) gegründet, die sich darum bemüht, die Lebensqualität von Kindern mit geistigen Behinderungen (vor allem Down-Syndrom) zu verbessern und sich um Kinder von drogenabhängigen Müttern kümmert.

    Wenn man sich anschaut, was Nelly so alles treibt, kann einem durchaus die Frage kommen, wann er da eigentlich noch Zeit für die Musik findet. Doch die Antwort liegt auf der Hand: Die Musik kommt automatisch, wenn man etwas zu sagen hat und es einem an Fans nicht mangelt, die unbedingt neue Songs hören wollen. Wenn man also Nelly heute so betrachtet, erkennt man vor allem eines: Dass die eigentliche Hitze des Sommers immer noch am Ufer des Mississippi entsteht.

    Nelly - Biografie

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Top Releases

  • Nelly | Sweat/Suit (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Andere: Nelly
    VÖ: 20.05.2030 VÖ: 2030 Label: | CD Bestellnr.: 6024587725

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