Gerade wenn man sich mit seinen Klischees gemütlich eingerichtet hat, kommen Cassandra Steen und Adel Tawil daher, um innerhalb von drei Minuten alles auf den Kopf zu stellen. Ihr gemeinsamer Song beginnt mit einem Crescendo und steigert sich satt orchestriert, von marschierenden Trommeln getragen zum Höhepunkt. Im Refrain verspricht Cassandra: “Ich baue eine Stadt für dich, aus Glas und Gold und Stein. Und jede Strasse, die hinaus führt, führt auch wieder rein. Ich baue eine Stadt für dich … und für mich.” So schnell es begonnen hat, findet es ein Ende. Furios und etwas rätselhaft. Was ist das?
Ein Gipfeltreffen von zwei grossen Ausnahme-Künstlern muss nicht zwangsläufig zu etwas noch grösserem führen. Muss nicht aber kann, wie es das Beispiel “Stadt” eindrucksvoll beweist. Das ist Synergie wie wir sie seit Aristoteles kennen, wenn das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Aber das ist auch Synergie von einer ungeahnt schönen Seite. Ein Moment seltener Perfektion. Dabei erklärt sich die Magie dieses Augenblicks wie von selbst: Man nehme zwei der grössten Stimmen Deutschlands, bauen ihnen ein Bett aus Streichern, Piano und wirbelnden Rhythmen, fertig ist der Meilenstein. So einfach kann das mit der Musik sein, wenn man wie Cassandra und Adel mit ganzem Herzen bei der Sache ist.